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Winterspiele 2010 in Vancouver – ein kritischer Beitrag?!

Whistler Mountain Olympia Ringe

Vancouver Winterspiele 2010 – Auf olympischen Spuren – ein kritischer Beitrag?

Als 2010 das olympische Feuer in der pulsierenden Weltmetropole am Pazifik entfachte, war klar, dies sollten außergewöhnliche Winterspiele werden – bunt, traditionell und ein wahres kanadisches Spektakel – Winterspiele 2010 halt. Die vier nordkanadischen First Nation Stämme, die eigentlich im Kanada des 21 Jahrhunderts als Randgruppe gelten, sollten nicht nur symbolische Gastgeber der Spiele werden – ihnen waren auch die vier Säulen der olympischen Fackel gewidmet.

Kanadas Eishockey Star Wayne Gretzjy und vier weitere Sportlegenden Kanadas, hatten die Ehre während der Eröffnungsfeier das Feuer der Winterspiele 2010 zu entzünden. Zuvor trugen über 12.000 Fackelträger das olympische Feuer durch Kanada – dabei legten sie 45.000 Kilometer zurück, nie wurde das Feuer weiter in einem Land getragen. Nach dem Entzünden des offiziellen Feuers wurde es nach Vancouver Downtown getragen, nach Coal Habour, wo es heute noch als Kopie steht und von Touristen besichtigt werden kann.

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Ein von Michael Espiritu (@micmacattack) gepostetes Foto am

Die unter dem Motto der Völkerverständigung stehende Eröffnungsfeier, war mehr als ein emotionales Erlebnis. Das Kanada, das oft für seine First Nation Politik in Kritik steht, zeigte sich während der Feierlichkeiten von ihrer weltoffenen und toleranten Seite. Es verstand sich darin, die vier Stämme Lil’wat, Musqueam, Squamish und Tsleil-Waututh in die Eröffnungsfeier einzubinden. Sie nicht nur als Teil der Austragung zu sehen, sondern als ebenwürdiger Partner und Gastgeber der Spiele.

Olympia 2010 stand zunächst unter keinem guten Stern. Am Tag der Eröffnungsfeier verunglückte der georgische Bobrodler Nodar Kumaritaschwili tödlich bei seinen Wettbewerbsvorbereitungen. Ein Unglück das nach kritischen Stimmen hätte vermieden werden können. Abschließende Untersuchungen schlossen aber ein Fremdverschulden aus. Mit dem Auftritt der georgischen Mannschaft während des Ländereinmarsches erhob sich das gesamte Publikum und zollte dem verstorbenen jungen Sportler ihren Tribut.

Winterspiele 2010 – Austragungsorte im West Coast Ambiente

Neben Vancouver als Hauptaustragungsort der olympischen Spiele 2010 wurde Whistler, ein gut 120 Kilometer entferntes Ski Resort, zum Austragungsort für alle nordischen und alpinen Wettbewerbe, sowie für Rodel und Bob Rennen. Das Gebiet um Whistler Mountain (2182m) und dem Blackcomb Mountain (2440 m) ist unter Wintersportlern weltbekannt.

Ideal für Ski Alpin Disziplinen wie Skilanglauf und Nordische Kombinationen der Winterspiele 2010. Einzigartige Pisten und großartiger Pulverschnee machen das Skigebiet in den West Coast Mountains zu einem großartigen Gastgeber. Der Whistler Olympic Park bietet seinen Besuchern 130 Kilometer an Skipisten. Neben zwei Skisprungschanzen, steht dort die mahnende Bobbahn, die nach vielfacher Kritik entschärft und weiter gesichert wurde. Noch heute ist das Winter Resort Gastgeber einer Vielzahl an Events. Wenn man durch das alpine Winterdorf der Winterspiele 2010 läuft, spürt man die vergangenen olympischen Spiele an jeder Ecke. Am Rande des Dorfes stehen die Olympischen Ringe, zu jeder Jahreszeit, ein gern gesehenes Motiv für Urlaubsschnapsschüsse.

Winterspiele 2010 in Vancouver

Winterspiele 2010 in Vancouver Whistler Mountain olympische Ringe, Bild Urheber Finn Markson

Die vielen Pisten sind zur Wintersaison für die Öffentlichkeit geöffnet und erfreuen sich großer Beliebtheit – sowohl unter nationalen, als auch internationalen Gästen. Die olympischen Spiele haben Whistler, das ohnehin schon weltbekannt war, in ein neues Licht gerückt. Anerkannt, und nun das Top Trainings Center für nationale Skispringer und Athleten der Nordischen Kombination.

Weitere Schauplätze der Winterspiele 2010

Die suburbane Nachbarschaft Richmond war Gastgeber der Eisschnellläufer. Das eigens dafür erbaute Richmond Olympic Oval, die vom Architekt Bob Johnston (Cannon Design) entworfene Halle, ist die größte Zedernholzhalle ihrer Art in der Welt. Die erste hier erkämpfte Goldmedaille wurde vom niederländischen Eisschnellläufer Sven Kramer im 5000 Meter Sprint gewonnen.


Einzig die Damen der Teamverfolgung holten hier für Deutschland Gold. Heute wird die Halle als Multifunktionshalle weitergenutzt und auf dem olympischen Eis werden internationale Wettkämpfe ausgetragen. In Vancouver selbst wurden diverse Disziplinen bestritten. So dienten die UBC Thunderbird Arena und die Canada Hockey Place für den nationalen Lieblings Wintersport, Eishockey. Kanada selbst gewann hier Gold mit ihrer Mannschaft, im Finale gegen die Erz Rivalen USA. ( 3:2) Das BC Place Stadium, Heimat der Canadian Football Teams BC Lions und der Fußball-Mannschaft Vancouver Whitecaps FC, diente der Eröffnungs- und der Schlussfeier – hier fanden auch die Siegerehrungen statt.

Ein für die Winterspiele errichtete Olympisches Dorf liegt im südöstlichen Teil Downtowns am Ufer des False Creeks und hat einen tollen Blick auf das Science Center Vancouvers. Das für gut 1 Mrd. CAD $ erbaute Athleten Quartier diente währen der Spiele den gut 2800 Athleten als Unterkunft. Das „The Vancouver Organizing Committee for the 2010 Olympic and Paralympic Winter Games“ – Komitee übergab es im April 2010 der Stadt, die seither versucht die Wohnungen auf dem öffentlichen Markt zu verkaufen. Hochmoderne Häuserfassaden zieren heute den Athletes Way. Im „CRAFT Beer Market“ kann man sich mit regionalem Bier eindecken und im Tap & Barrel könnt ihr zur Mittagszeit günstig, und vor allem ganz im Zeichen der vergangenen grünen Winterspiele speisen.

Kritik am olympischen Traum

Das olympische Komitee von Vancouver der Winterspiele 2010 hatte große Pläne für ihr Olympia – es sollten ganz dem Geist der Stadt entsprechend: „die grünsten Spiele aller Zeiten“ werden. Dass während der Planung und der Spiele einiges schief lief, muss bei aller Liebe zur Stadt erwähnt werden. Es gab nicht nur viele unerwartete sportliche Verlierer – Eisschnellläufer mit starken Patzern, ein Felix Neureuther, der schon nach wenigen Sekunden Wettkampf chancenlos ohne Medaille ausging und ein deutsches Traumpaar auf dem Eis, das nach Patzern in der Kür sich von Gold verabschieden mussten – nein, es gab auch viele menschliche Verlierer.

Das Olympische Winterdorf, einst ein für die Obdachlosen Vancouvers vorgedacht, sollte nach den Spielen zu Sozialbauten umgebaut werden, doch viel zu teure Wohnungskosten bei der Planung machten dieses Vorhaben zu Nichte – bis Anfang des Jahres 2015 standen noch viele der sehr teuren Wohnungen leer.
Nicht nur auf kanadischer Seite gab es Punkte zu beanstanden. Indianische Kritik wurde schon vor den Spielen laut. Aufrufe zum olympischen Boykott der Winterspiele 2010 gingen durch den Staat. Dabei ging es um territorialer Ansprüche der First Nation Stämme, die sich um die Erhaltung der umliegenden Naturgebiete sorgten. Vor allem den Erhalt ihrer traditionellen Lebensweise, sahen sie dabei in Gefahr.

Auch gab es aus den eigenen Reihen der First Nation Kritik an den „Regierungsvertretern“ der vier Gastgeberstämme, die nur Macht eines „Indianergesetz“ in ihr Amt erhoben wurden – aber während der Planung und Vorbereitung bei jeglichen vertraglichen Einigungen mit der kanadischen Regierung federführend waren.

Die ökologischen Folgen der Winterspiele 2010 wurden bereits im Vorfeld heiß diskutiert, schließlich sollten es grüne Spiele werden. Die geplanten Maßnahmen zur CO2-Reduzierung wurden zwar angestrengt, blieben laut Angaben des ZDF´s aber erfolglos. Donna Wilson, Mitglied des Organisationskomitee VANOC beschrieb das Vorhaben als „fortschrittlich“ und man würde „Neue Wege in der olympischen Geschichte“ gehen.

Auch das Wetter sorgte unter Sportlern, wie Veranstaltern für viel Ärger. So musste auf Grund des ausbleibenden Schnees auf der in Westvancouver liegenden Bergkette Cypress Mountain, Schnee aus dem 250 km entfernten „Manning Provincial Park“ angekarrt werden.
Wetter bedingte Fehlstarts, Einbüße in Leistung, gar Verlust von Topplatzierungen. Das eigens für Olympia 2010 entstandene „Olympia Resistance Network“ kritisiert die Ausweitung der Vancouver Whistler Route als unrechtmäßig, weil Baumaßnahmen zu Lasten des indianischen Landes vorgenommen wurden.

Um diesen Artikel etwas offener als sonst enden zu lassen – Frau Wilson vom Nachhaltigkeits-Komitee des VANOC antwortete auf die vielen kritischen Stimmen: „Ob wir hier etwas bewegt haben, muss am Ende jeder für sich beurteilen.“- im diesen Sinne – doch nur mintgrüne Winterspiele 2010?

Quellen:

Ergebnisse der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver

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