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ein Leben im Ausland

Kanada

Vom Auswandern nach Kanada – Teil 1

Vancouver City bei Nacht

Vansecret ist von Anfang an ein Herzensprojekt gewesen, ein Aufrechterhalten von Erinnerungen und einmaligen Erfahrungen – ein Blog der von Träumen und einem einzigartigen Ort erzählt – Vancouver. Es sollte aber auch ein Projekt werden, das vielen, und mich dabei eingeschlossen, Hoffnung geben sollte. Träume auszuleben und der eigenen Sehnsucht zu folgen.

Vor einigen Wochen stieß ich im Internet auf einen anderen Blog aus Vancouver. Deutsche Auswanderer, die sich den Traum eines Lebens in Vancouver erfüllten.
Ich habe viele der Artikel von Yvonne gelesen, sie für ihren Mut bewundert und selbst von so einem Schritt geträumt. Stärke und Mut, das Gewohnte zurück zu lassen, neu anzufangen – all das hat die Familie aus Deutschland vorgemacht.

Ich den kommenden Wochen versuche ich in Artikeln über das Thema Auswanderung Hoffnung zu geben und sie selbst wiederzufinden. In diesem ersten Teil geht es nur um Yvonne, Andreas und Dominik – eine Familie, die den Schritt wagte, Auswandern und ein neues Leben beginnen – fernab von Deutschland, ein Leben im Vancouver Großraum.

Vielen Dank für die privaten und authentischen Einblicke, und allen Lesern viel Freude und Hoffnung.

Wenn Träume vom Auswandern wahr werden

Im Interview Yvonne vom 4960Miles Blog

 

Mit was für einem Gefühl habt ihr Deutschland verlassen? Was hat euch besonders gereizt? Vorfreude? Erwartungen?

Gereizt am Umzug hat uns die Herausforderung, nochmal ganz von vorn anzufangen. Wir sind ja „nur“ mit der PR gekommen, hatten aber weder Job, Familie oder Freunde hier. Es war ein kompletter Neuanfang. Vorfreude gab es auf die unheimlich beeindruckende Natur hier und die vielen Ausflüge, die wir in den kommenden Jahren gemacht haben und immer noch machen. Unsere Erwartung war es, einfach mehr Zeit als Familie zu haben. Wir waren rund 11 Jahre selbständig in Deutschland und da blieb das Privatleben schon manchmal auf der Strecke. Urlaub nur mit Laptop und Handy dauerhaft dabei, immer erreichbar. Das wollten wir nicht mehr.

 

Snow Shoeing am Lake Louis

Yvonne, Andreas und Dominik am Lake Louise im November 2015

 

Wie lange habt ihr euch auf eure Auswanderung vorbereitet? Hattet ihr Ansprechpartner vor Ort oder Hilfestellungen?

Am Anfang war es ja eher nur eine Spinnerei, bis wir uns entschlossen haben, mehrere Male nach Kanada zu fliegen. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die Städte Vancouver, Toronto, Edmonton und Calgary gelegt. Die Städte deshalb, da der Arbeitsmarkt nun mal dort das meiste hergibt. Ansprechpartner vor Ort gab es nicht, Hilfestellung auch nicht. Wir haben viel Onlinerecherche betrieben, als die Entscheidung für den Großraum Vancouver feststand. Also versucht, soviel wie möglich über Mietpreise, Hauskaufpreise, Ausflüge etc herauszufinden und natürlich zu welchen Behörden man muss, was mitgebracht werden muss etc.

Vor Ort gab es dann aber viel gute Hinweise etc. durch Eltern an der Schule von Dominik. Da gab es Hinweise, welcher Hausarzt noch Patienten aufnimmt, wo man Schwimmkurse bucht etc. Das war eine große Hilfe am Anfang.

 

Hattet ihr während eurer Zeit in Vancouver auch mit Zweifeln an eurer Auswanderung zu kämpfen? Erste Schritte im neuen Leben? Hürden zu Anfang?

Nein, nicht eine Sekunde wurde gezweifelt. Es war der richtige Schritt, da sind wir uns bis heute sicher. Erste Schritte waren natürlich die Beantragung der Social Security Nummer, denn nur damit darf man arbeiten, und ein Konto eröffnen etc. – also das allerallerwichtigste gleich zu Beginn J. Dann natürlich Führerschein umtauschen (GsD brauchten wir keine neuen Prüfungen machen), Autokauf und das schwierigste war, ein annehmbares Haus zur Miete zu finden. Vermieter wollen hier ja Referenzen haben, also muss man Leute angeben, die er anrufen kann und für einen quasi einen guten Leumund geben. Das ist bei frisch Eingewanderten natürlich schwierig. Aber die Frau, bei der wir hier eine Ferienwohnung für den Anfang gemietet hatten, hat sich gern zur Verfügung gestellt. Naja, und natürlich dann das Kind in der Schule anmelden. Das war recht hart, da unser Sohn ja kein Englisch konnte und somit ins kalte Wasser geschmissen wurde. Wir sind nach dem ersten Schulhabjahr der 1. Klasse in Deutschland hierher umgezogen, somit begann Dominik in Kanada dann nach den Frühjahrsferien die Grundschule. Alle haben sich ganz viel Mühe gegeben und 3 Monate später zu den Sommerferien war er schon fließend in der Sprache. Nach rund 3 Wochen im Land – nachdem alles Organisatorische abgehakt war, ein Haus angemietet und auch unser Container ankam – hat Andreas angefangen, eine Arbeit zu suchen. Das ging auch recht schnell und er hatte einen gut bezahlten Arbeitsplatz gefunden.

 

Was würdet ihr jemanden mit auf den Weg geben, der mit dem Gedanken spielt, auszuwandern?

Sich gut zu informieren über Lebenshaltungskosten am gewünschten Wohnort, Jobsituation etc und auch einiges an finanziellen Mitteln mitzubringen. Man glaubt gar nicht, wieviel Geld gerade am Anfang für Mietkaution, Autokauf (je nach Wohnort eben auch zwei) und andere Neuanschaffungen drauf gehen. Und vor allem realistisch bleiben bei den Ansprüchen. Nur selten steigt man hier auf dem gleichen Gehaltsniveau wie in Deutschland ein in Bürojobs (ich nehme jetzt mal über eine Firma entsendete Expats aus der Betrachtung aus). Handwerker/Trucker bekommen wahrscheinlich mehr als in Deutschland, aber man beginnt idR. unten in der Nahrungskette und muss seine Fähigkeiten beweisen. Viele sind sich auch nicht bewusst, dass deutsche Ausbildungen zwar gern gesehen, aber nicht wirklich anerkannt sind. Man muss demzufolge Prüfungen und Abschlüsse neu machen, oft auf eigene Kosten.

Und man sollte sich klar sein, dass gewisse Dinge hier einfach anders laufen. Da hilft aller Vergleich mit Deutschland nicht, denn ändern kann man es nicht, also hilft anpassen.

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